Geil geil geil. Was für ein Brett. Natürlich schreibe ich als Fan. Natürlich schreibe ich als Freund. Das was die Gruppe SPORT am Freitagabend in Berlin ablieferte, gehört in jedes verdammte Ohr des Rock N’ Roll. Bedauerlich, dass es bei vielen immer noch nicht die Wirkung erzielt hat, von der die wenigen Fans mit voller Inbrunst, Güte und Hingabe ihr Rockdasein im deutschsprachigen Raum begründen. Es schäppert – an Worten, Riffs, Drums und Bassläufen. SPORT macht nicht nur an diesem Abend Bock!

Natürlich präsentieren die seit der letzten Tour 2008 zum Vierer herangewachsenen Hamburger (sag ich mal jetzt einfach, obwohl Felix nach Berlin gezogen ist) ihr aktuelles Album Aus der Asche, aus dem Staub. Verständlich, dass das Konzert als Eckspfeiler die neuen Songs verwendet und dazwischen sich Songs befinden die Vertreter der davor erschienenen Alben Unter den Wolken und Aufstieg und Fall der Gruppe Sport sind. Das Konzert entwickelt sich zu einem direkten unschnörkellosem Event. Keine Coveversion, kein Song vom ersten Album These rooms are made for waiting. Natürlich wird darüber später diskutiert, geht aber in der Begeisterung der performten Songs ganz schnell wieder unter. die Struktur steht, Martin Boeters, Jan-Eike Michaelis, Felix Müller und Christian Smukal lassen sich eben auch nicht reinreden.

Den Einstieg machen Wer führt dein Leben und In einem Land nach unserer Zeit. Genauso, wie es auf Aus der Asche, aus dem Staub zu hören ist. Die Becken klirren, der Bass dröhnt, Müller und Michaelis schmeißen sich die Gitarrensounds um die Ohren. Harmonisch druckvoll. Kein Rumgetue, keine Posen. SPORT lassen ihre Musik sprechen. Der Gesang ist klar und man taucht ein – in Rock, in Geschichten. Das Herz geht auf. Jeder kennt die Sitaution, wenn live gemerkt wird, dass das, was auf der Bühne grad passiert, mehr als authentisch ist. Stimmen schwingt sich ein. Danach verlassen wir den Orbit (Schönen Gruß, die Satelliten) und begeben uns harmonieverbunden auf Dünnes Eis, obwohl wir alle so sicher standen wie sonst selten. Der Schmerz geht jedem unter die Haut und beherbergt die größte Tiefe. Auf beiden Seiten – auch dieses Mal. “Das ist auf jeden Fall das Stück, was mich am meisten packt. Wir spielen das glaube ich alle mit der größten Hingabe.”, so erzählte mir Martin Boeters anno 2008 schon. Ich erinnerte mich gerne an das Gespräch von damals und machte bei jedem Hey lautstark mit. Sattelt die Hühner, wir reiten nach El Paso knackte abermals die Gute Laune. Der starke Basslauf bei Wir wollten nur mal hören brannte sich in jedem Magen ein. Wenn alle Stricke reißen entpuppte sich ungewohnt als Burner – das rockte. Morgen sind wir raus schallte und schrieen alle durch den Cometen und die vier verabschiedeten sich. Es folgten die obligatorischen Zugaben. Ein Ende machte den Anfang. Das mit George hat keiner gemerkt Felix. Es hat den Song jedenfalls nicht beeinflusst. Meine Fresse – Songs, die für den Moment die Welt einfach schöner machen. Darwin und Newton würden wie alle anderen applaudieren. Die Hände viel leider aus, den fortlaufend gewünschten Läufer gab es auch nicht. Machte aber nix, denn mit Der unsichtbare Dritte kam hinten raus noch ein Song, der dich ins Nirvana geblasen hat. Das wars. Um 4 Uhr morgens kam ich nach Hause, endlich raus aus dem Nirvana. Jetzt läuft das ganze Wochenende schon SPORT. Bekloppt, oder? Und womit? – Mit Recht.