Sleater Kinney
No cities To Love
VÖ: 16.01.2015
Sub Pop / Cargo Records
No Cities To Love ist endlich da. Nach der Ankündigung im letzten Jahr, dass Sleater-Kinney nach einer Dekade Abstinenz wieder zurück sind, wurde das ungehörte Album bereits zu Hauf gehyped. Am Freitag stehen nun endlich die 10 neuen Songs im Plattenladen. Und Sleater-Kinney machen genau da weiter, wo sie damals anno 2005 mit The Woods aufhörten. Politisch- und gesellschaftskrtisch motiviert, feuern Corin Tucker, Carrie Brownstein und Janet Weiss ihre Songs über den Äther. Sperrig bleiben Sleater-Kinney natürlich auf ihre ganz spezielle Art und Weise. Doch die wütenden Songs überraschen hier und da durchaus mit Sing-A-Long Refrains. Price Tag eröffnet die Platte und gibt dem Hörer den zu erwartenden Sleater-Kinney Sound. Surface Envy entpuppt sich als Hilghlight und treibt in gewohnter Manier voran. Gekreischt wird natürlich auch – hier kombinieren Tucker und Brownstein gefühlt noch intensiver als auf den älteren Platten. Etwas poppiger entpuppt sich dagegen A New Wave und entzückt dabei mit einem schwingenden Refrain. Gefestigt und charakterstark wirken Sleater -Kinney. No Anthems ist hier ein gutes Beispiel. Ausgezeichnet dadurch, dass bei jedem Hören der Song intensiver und besser wirkt. Bury Our Friends ist einer der letzten Songs, die für das Album entstanden sind. Zugleich war dieser der erste Appetizer und wurde bereits im Oktober via Stream im Netz veröffentlicht. Geprägt wird Bury Our Friends von Brownsteins Gitarrenriff und dem zweistimmig gesungenen, leicht abgehackten Refrain. Hey Darling ist ein weiteres Beispiel für die Gelassenheit und die Erfahrung, die Sleater-Kinney mittlerweile mit sich bringen. Ein äußerst smarter zweieinhalb Minuten Popsong. Die Kehrtwende folgt auf Anhieb: Fade, als letzter Song auf No Cities To Love, schlägt da schon einen komplexeren Weg ein. So kunstvoll und facettenreich agieren hier Sleater-Kinney, wie bei keinem anderen Song auf der Platte. Ein passender Brocken gegen Ende eines sehr stimmungsvollen und runden Albums. Trotz des Runden ist der Charme früherer Jahre zu spüren, einfach und allein schon deswegen, weil Sleater-Kinney wieder zurück sind, sich zusammengerauft haben und sich gegenseitig dazu verhelfen, ihre Stärken auszuspielen. Am 18.März findet das einizige Deutschlandkonzert im Berliner Postbahnhof statt. Für die im Westen ansässigen Fans, kämen noch Termine in den Niederlanden und Belgien in Frage.