Mit ihrem Album “Oumuamua” begeisterten Daily Thompson nicht nur rund um den Veröffentlichungsmonat letzten August, sondern waren definitiv ein Lichtblick im hiesigen Stoner-Rock-Cosmos in den vergangenen Monaten. Das vierte Werk des Dortmunder Trios präsentierte einen deutlich weiterentwickelten und absolut greifbaren Rock. Sänger und Gitarrist Danny Zaremba wurde auf “Oumuamua” stärker als sonst als Songschreiber von Partnerin und Bassistin Mercedes ‘Mephi’ Lalakakis unterstützt. Der schon vor “Oumuamua” veröffentlichte Single-Track “Seafoam” wies auf ein sehr cooles Songwriting von Lalakakis hin und zeigte eine deutlich erkennbare Hingabe gegenüber einer gewissen Kim Gordon auf. Das und die gefühlt vor Ewigkeiten miterlebten und energiegeladenen Liveauftritte der Band, haben es sicherlich zu verantworten, das Danny, Mephi und Drummer Matthias nicht mehr von meiner Good-Taste-Liste gestrichen werden. Im zweiten Teil unserer Reihe “Musikbesoffen…” fragte ich Mephi nach ihren zehn Platten, die sie gerne an einem Abend in ihrem Dortmunder Lieblingsclub auf jeden Fall auflegen würde. Ebenso wie Bernd Kroschewski im ersten Teil, merkte Mephi an, dass 10 auszusuchende Tracks viel zu wenig seien und die Aufgabe es einem nicht leicht macht. 

Hallöle Simon,

hier sind meine 10 Songs! Vielen Dank, dass ich meinen Senf dazugeben darf, immer gerne.

Kim Gordon – Hungry Baby

Ich glaube viele wissen, dass ich ein riesen Fan von Sonic Youth bin, daher möchte ich jetzt den neuen Song von Kim Gordon vorstellen. Eines meiner absoluten Vorbilder, egal ob es nur ums Bass- oder Gitarrespielen geht, aber auch was Coolness, Stärke und vor allem Selbstbewusstsein angeht. Denn die Frau ist einfach arschcool und das ohne aufgespritzte Stirn, Lippen, Edding Augenbrauen etc… und sie sieht mit 68! immer noch aus wie ein Knaller und sollte Vorbild für viele (grade die junge Generation) sein. Außerdem ist sie immer sehr engagiert in vielen Bereichen und nutzt ihre Reichweite, deshalb heute mal was von ihr und nicht von Sonic Youth.

Temple Of The Dog – Hunger Strike

Ohne Worte, 2 der besten Sänger aller Zeiten mit einem der besten Songs aller Zeiten!

Fanny – Ain’t That Perculiar

So viel zum Thema Frauen und Bands. Gab es damals schon und wenn man gut an seinen Instrumenten ist, bekommt man auch Gehör! Knaller Frauen, mega Song und wenn jemand diesen Bass hat, gerne DM an mich!

Cypress Hill – I Ain`t Going Out Like That

Tja bei nur 10 Songs muss man auch beim Hip Hop abspecken. Ich liebe die “Black Sunday” von Cypress Hill und deshalb muss auch diese Platte hier vertreten sein. Mal abgesehen davon das bei Cypress Hill Konzerten alles qualmt, ist das einfach guter Hip Hop ohne dieses ganze Döner Rap Gedöhns! “Dr. Greenthumb” einen drehen lassen, Sound auf und die Welt ist gut!

Digger Barnes – Pure As Gold

Eyyyy nur 10 Songs? Das is so schwer, Seasick Steve, Dead Elvis, Bob Log? Nein, dann Digger Barnes, warum er nicht so bekannt ist, ist mir immer noch ein Rätsel, aber so hat man auch mal was für sich, man muss ja nicht jeden Song an der Wursttheke im Supermarkt hören, kurze Randnotiz: deswegen werde ich auch keinen Black Keys Song hier aufführen. Und dann noch welcher Song… man sollte sich alle anhören! Ich habe mich für “Pure As Gold” entschieden, allerdings besitze ich glücklicherweise alle Platten und kann jeden einzelnen Song nur empfehlen. Vor ein paar Jahren habe ich ihn auch live gesehen mit der Diamond Road Show mit Pencil Quincy. Selbst die Kunst von Pencil Quincy in Form von den Postern, die dem Vinyl beigefügt sind (die Gemälde etc. kann ich mir leider nicht leisten) ist auf das musikalische Paket perfekt zugeschnitten, einfach komplett mit Liebe gemacht. Ich persönlich kann ihn immer hören, egal ob Sommer oder Winter oder auch nur auf dem verkaterten Rückweg nach Hause morgens.

The Smashing Pumpkins – 1979

Entweder man kann die Stimme ab oder nicht, das ist die häufigste Antwort auf die Frage ob man The Smashing Pumpkins mag oder nicht, ich kann sie mir immer anhören und durfte sie 2019 noch live sehen. Diesen Song kann ich zu jeder Gefühlslage hören, ob zum Start in den Tag, zur absoluten Ekstase oder später wenn das kleine Köpfchen wieder auf dem Tresen festklebt. Klar könnte ich viele Songs auflisten und eigentlich sollte auch fast jedes Album von denen hier aufgelistet sein, aber der Song inklusive Video weckt in mir einfach immer Emotionen, das muss man erstmal schaffen!

Church Of The Cosmic Skull – Cold Sweat

Als ich den Song das erste mal gehört hab, war das nach der Probe in unserer Küche, nachts – ich hab den so laut aufgedreht, dass der Nachbar noch auf ein Bier rüber kam und ich bin durch die ganze Küche getobt. Absoluter Hit und wenn DJ Dangermeph auflegen würde, dürfte der sicher nicht fehlen!

The Presidents Of The United States Of America – Peaches

Was für krasse Video-Special-Effects, herrlich! Aber mal abgesehen davon finde ich den Song und den Text grandios! Ich muss allerdings aufpassen, dass ich mich nicht nur in den 90ern verliere, ich konnte mich kaum entscheiden, denn auch Whale mit “Hobo Humpin Slobo Babe” wäre sicherlich in meiner Plattenkiste, genauso wie Weezer (oh man so viel richtich gutes Zeuch), aber bei nur 10 Songs ist das nicht so einfach. Deshalb diese Herren, die auch nicht nur einen Hit hatten!

The About Blanks – Kill Your Boyfriend

2011 war ich noch in der Ausbildung und bin für kurze Zeit von Köln nach Wuppertal gezogen, bevor ich in Dortmund gelandet bin. In Wuppervalley haben sehr gute Freunde (sind sie auch immer noch) gewohnt, ich denke Herrn Beine muss ich dir nicht vorstellen ;). Auf jeden Fall ist diese Platte einfach vom Cargo Records Laster gefallen und wurde mir mitgebracht und schöner 70s-Rock`n Roll-Pop Punk wie auch immer. Darf hier auf keinen Fall fehlen, aber es muss ja nicht immer The Jim Jones Revue sein! Ich liebe dieses Abum und was es noch viel sympathischer macht, kein Spotify, Deezer und wie sie alle heißen, da sucht man vergeblich. Vinyl oder garnicht, ich mag es!

Pussy Galore – Dick Johnson

Was soll ich dazu noch sagen? John Spencer mit Julie Cafritz, später mit Bob Bert an den Drums von Sonic Youth? Eine Split-Single mit einem Cover von Black Flag (“Damaged II”), mega und soweit ich weiß war auf der anderen Seite TAD mit “Damaged I”, erschienen auf Sub Pop. Besser geht es nicht und so spar ich mir die einzelnen Protagonisten auch. Einfach super Garage Rock, pure Energie!

Zum Schluss nochmal, 10 Songs sind zu wenig, der Hardcore Punk der 80iger, Motörhead, Pavement, Tom Petty und und und… ach ey, gut das ich kein wirklicher DJ bin, sonst müsste ich wohl mit nem Gabelstapler meine Platten zur Show karren! Danke dir wie immer, ich mach jetzt erstmal ein Bierchen auf, soviel Arbeit bin ich ja garnicht mehr gewohnt 🙂

Ich danke dir, Mephi.

Zusammen mit Bernds Favoriten gibt es die “Musikbesoffen”-Tracks im übrigen in einer eigenen Liste zum Nachhören, Anhören, Lieben lernen. Und wenns gefällt, dann füllt eure Plattensammlung auf.

➤ Musikbesoffen - Playlist