Northern Primitive- More Songs From Saturn West

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Northern Primitive
More Songs From Saturn West

Self Release (digital)
VÖ: 05.06.2020

Es ereignete sich irgendwann 2012, als ich über die Kanadier Northern Primitive stolperte. Ich schrieb Gitarrist und Sänger Matt Sajn einfach eine E-Mail und versuchte einige Infos über die Band zu bekommen, da mir ihr selbstbetiteltes Debütalbum unglaublich gut gefallen hat. Der raue und emotionale Sound hat mich lang begleitet. Irgendwann verloren wir den Kontakt und ich auch den Bezug zur Musik von Northern Primitive. Die aus dem befreundeten Umfeld der Band jedoch äußerst erfolgreichen The Dirty Nil trugen bei mir zumindest dazu bei, dass ich Northern Primitive nie vergessen habe. Und jetzt veröffentlichte die Band Anfang Juni die EP “More Songs From Saturn West”. Ein altes vertrautes Gefühl ist prompt wieder da. Nichts klingt schöner, als ein rotziger Rock im Emogewand. Wow! Read More

The Jayhawks – XOXO

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The Jayhawks
XOXO
Sham Records / Thirty Tigers
VÖ: 10.07.2020

The Jayhawks sind zurück. Okay, das ist gelogen. Denn wenn man es genau nimmt, war die Band um Sänger Gary Louris lediglich zwischen 2004 und 2009 von der Bildfläche verschwunden. Bereits 2011 veröffentlichten The Jayhawks mit “Mockingbird Time” wieder ein viel beachtetes und sehr erfolgreiches Comeback-Album. Nur mitbekommen hat das hierzulande lediglich ein kleiner Kreis von Eingeweihten. Das wird sich mit dem nun erscheinenden elften Album “XOXO” wahrscheinlich nicht ändern. Was sehr schade ist, denn verdient hätte die Band es. Aber immerhin hab ich sie nun wieder auf dem Schirm. Willkommen zurück! Read More

Disheveled Cuss – Disheveled Cuss

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Disheveled Cuss
Disheveled Cuss

Sargent House / Cargo Records
VÖ: 12.06.2020

Mit dem selbstbetitelten Werk der Band Disheveled Cuss veröffentlicht Nick Reinhart einen zeitlosen Alternative-Rocker, der in Sachen Songwriting und Melancholie zurück an die ganz großen der 90er Jahre denken lässt. Dabei provoziert das Tera Melos Mitglied Reinhart Kollisionen zwischen großen Poprock-Hymnen a la Weezer, Nada Surf oder Teenage Fanclub mit melancholisch verquerten Sachen, die unter Einflüssen von Pavement, J Mascis oder Elliott Smith entstanden sind. Das Album “Disheveled Cuss” katapultiert mich in die Vergangenheit und lässt gleichzeitig die nicht endende Liebe zu einem introvertierten und teilweise schnulzigen Gitarrensound neu entdecken. Mit ordentlich viel Herzschmerz, Beziehungsproblemen und aus Liebe entstandener Wut haben Disheveled Cuss nicht nur lyrisch die Angelrute ausgepackt. Disheveled Cuss haben den großen Songwriterschlüssel stibitzt und wenden ihn gnadenlos an. Read More

Rolling Blackouts Coastal Fever – Sideways To New Italy

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Rolling Blackouts Coastal Fever
Sideways To New Italy

Sub Pop / Cargo Records
VÖ: 05.06.2020

Easy Listening deluxe. Was bei mir tatsächlich in den ersten Klängen als belangloses Akustikgitarren-Geschrammel daherkam, entwickelt sich nach und nach zu einem Sommersoundtrack. Das zweite Album der Australier Rolling Blackouts Coastal Fever wird getragen von leichten Melodien und unbeschwertem Gitarren-Pop. So vermischen sich die Dunstkreise von James, Maritime oder Camper Van Beethoven mit dreamigen Popbands wie Real Estate oder Swim Deep. Read More

Same Side – Same Side

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Same Side
Same Side

Pure Noise Records
VÖ: 29.05.2020

Mit dem Projekt Same Side schlendert der The Story So Far Gitarrist Kevin Geyer erstmals Solo auf die Bühne. Seine gleichnamige Debüt-EP “Same Side” klingt dabei völlig anders und viel einnehmender, als der in meinen Ohren eher beliebige Power-Punk-Rock seiner Hauptband. Nun, Geschmäcker sind halt verschieden. Und mit The Story So Far kann ich leider gar nichts anfangen. Umso mehr überraschen die seit drei Jahren im Archiv von Geyer verschollenen Solosongs. Erst jetzt findet Geyer die Zeit und Muße sich seinen Eigenkreationen zu widmen. Gut Ding will Weile haben. Schon der Vorabsong “The Way It Seems” erzeugt Gänsehaut und beinahe unbändige Neugier auf den Rest der kurzen Langspielplatte. Read More

HEADS. – PUSH

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HEADS.
PUSH

Glitterhouse Records
VÖ: 29.05.2020

Wer sich vom Noise und vom düsteren Bass gleichzeitig angezogen und aufgewühlt fühlt, METZ, A Place To Bury Strangers oder Wovenhand zu seinen Favorites zählt, der dürfte mit dem neuen Werk der Berliner HEADS. weniger Probleme haben. Anleihen, Einflüsse oder Genrezutaten genannter Bands prägen das wahrlich pushende Album von vorne bis hinten. Dabei kann der Push sowohl in die eine, als auch in die andere Gefühlsrichtung gehen – zwischen ausbrechend und erdrückend. Dazwischen mogeln sich immer wieder Deftoneslängen und post-punkige Raffinessen in das Repertoire oder in die einzelnen aufbrechenden Strukturen der Songs ein. Gekonnte Theatralik im feinsten Gitarrenriffzwirn. Read More

TRIXSI – Frau Gott

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TRIXSI
Frau Gott

Glitterhouse Records
VÖ: 26.06.2020 

Eins vorweg, diese Plattenkritik können wir nicht wirklich objektiv gestalten. Simon, Herausgeber und Gründer dieser wundervollen Seite, ist seit mehreren Jahren eng mit Glitterhouse Records verbunden und der Autor dieser Zeilen spielt seit mehr als 10 Jahren mit Jörkk Mechenbier zusammen in der Band Schreng Schreng & La La. Aber das darf ja kein Grund sein, dieses wundervolle Album nicht zu besprechen. Also los geht’s.

Zunächst gibt es also ein paar Fakten. Die Mitglieder von Trixsi spiel(t)en auch in anderen Bands. Love A, Herrenmagazin, Findus und Jupiter Jones, das klingt schon ein bisschen nach deutscher Indie-Supergroup. Die Mitglieder selbst beschreiben sich wie folgt: “Bisschen Keller, bisschen dreckig, bisschen Rock, ganz viel Hamburg!” Read More

Belts – Belts

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Belts
Belts

Anette Records
VÖ: 13.05.2020

Vor einigen Wochen gab mir ein Freund den Tipp, mir doch unbedingt den Song “Almost Always” von der Band Belts anzuhören. Der Gute wusste, dass ich The Lemonheads und Dinosaur Jr. liebe und auch sonst der amerikanischen Indie-Szene der 1990er-Jahre sehr zugetan bin. Klar, dass mich der Song direkt umgehauen hat. Hier stimmt nämlich alles. Melodie, Gitarre, Gesang und Produktion ergeben ein homogenes Ganzes, dass in seiner Einfachheit ziemlich perfekt ist. Vor Kurzem ist nun das Debütalbum der Band erschienen. Ob es das Niveau der Vorab-Single halten kann? Read More

Diet Cig – Do You Wonder About Me?

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Diet Cig
Do You Wonder About Me?

Frenchkiss Records
VÖ: 01.05.2020

Mitte der 1990er-Jahre, nach dem großen Grunge-Hype, veröffentlichte Sub Pop Records einige richtig gute Indierock-Alben. Viele davon mit Frauengesang, wie es damals gefühlt viel häufiger der Fall war, als heute. Bands wie Jale oder die Velocity Girls schrieben ein paar Hymnen für die Ewigkeit, auch wenn sich 25 Jahre später nur noch ein kleiner Kreis von Musiknerds daran erinnern wird. Das neue Album von Diet Cig erinnert mich ein wenig an diese Zeit, in der “female fronted” noch nicht als Genre-Bezeichnung notwendig war und eine tolle Melodie, das war, was sie vordergründig auch sein sollte: Eine tolle Melodie. Read More

Akne Kid Joe – Die große Palmöllüge

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Akne Kid Joe
Die große Palmöllüge

Kidnap Music
VÖ: 03.04.2020

Verweigerungshaltung und Angepisstheit finde ich per se sympathisch. Wenn beides dann auch noch mit einer Priese Humor vermischt wird, wird es zusätzlich auch noch interessant. Akne Kid Joe schaffen es auf ihrem zweiten Album “Die große Palmöllüge” weiterhin die angepissten Punks zu mimen, sich dabei aber auch nicht all zu Ernst zu nehmen. Read More