TWINS – Soon

By | Records
TWINS
Soon

Through Love Records
VÖ: 14.02.2020

TWINS veröffentlichen mit ihrem Werk “Soon” ein griffiges und gleichzeitig aber auch ein kantenreiches Post-Hardcore, ja fast schon Math-Screamo Werk. Äußerst spannend – von vorne bis hinten. Dazu sind die teils harten und krachenden Songs nicht unbedingt unemotional. Die strukturellen Gegensätzlichkeiten fesseln enorm und wühlen mich innerlich ordentlich auf – im Positiven. Da bekommest du aus der Bahn fliegende Riffs oder chaotisch wirbelnde Drums um die Ohren gehauen und wirst in der nächsten Sekunde von einem emotionalen Break schon wieder auf einen anderen Planeten bugsiert. Dass das Ganze nicht in einem Nerven aufreibenden Chaos endet, hat dann mit der gelungenen Mischung zu tun. TWINS nutzen derart ihr Spektrum von laut und leise, von schnell und langsam aus, dass es einfach faszinierend ist und stets bleibt. Read More

Nada Surf – Never Not Together

By | Records
Nada Surf
Never Not Together

City Slang
VÖ: 07.02.2020

Ob ich tatsächlich “So Much Love” aufbringen kann, um “Never Not Together” genauso hochzuloben, wie Nada Surfs grandiosen Werke “Let Go” (2002), “The Weight Is A Gift” (2005) oder “Lucky” (2008)? Ich weiß es nicht. Natürlich wäre ein strikter Vergleich zu den alten Meisterwerken grundlegend falsch. Die anfängliche Enttäuschung über die erste Single “Something I Should Do” und die plötzlich aufkommende, wohltuende Freude über die zweite Single “Looking For You” beschreiben ganz gut, in welch einem Dilemma ich mich befinde. Irgendwie werde ich von einem weiteren Popsong zu schnell satt und auf der anderen Seite ergreift dich dann doch wieder dieser musikalische Herzensmoment, der dir eine gewisse Schwerelosigkeit in den Bauch zaubert. Nichtsdestotrotz, Nada Surf gehören zu den bedeutendsten Bands, die ich in den letzten drei Jahrzehnten mit mir rumschleppte. Und um ehrlich zu sein, hab ich ein wenig Angst, dass nach ihrem “You Know Who You Are” Album, die Band sich weiter im musikalisch Belanglosen verirrt. Read More

Beach Slang – The Deadbeat Bang Of Heartbreak City

By | Records
Beach Slang
The Deadbeat Bang Of Heartbreak City

Bridge Nine Records
VÖ: 10.01.2020

Beach Slang gehörte 2014 und 2015 für mich zu den besten Bands auf diesem Planeten. Ich weiß gar nicht, wie oft ich diese Band zu dieser Zeit live gesehen habe und wie oft ich den Song “American Girls and Frech Kisses” in voller Lautstärke beim ersten Wochenend-Bier durch die Wohnung gefeuert habe. Fünf Jahre später ist die Magie, die diese Band für mich ausgemacht hat, vollkommen verloren gegangen. So verloren, dass ich nicht einmal mitbekommen habe, dass die Band um Sänger und Gitarrist James Alex im Januar ein neues Album veröffentlicht hat. Read More

Turbostaat – Uthlande

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Turbostaat
Uthlande

PIAS
VÖ: 17.01.2020

Ich persönlich finde es ja immer ein bisschen schwierig, neue Turbostaat-Alben zu besprechen. Das liegt zum einen daran, dass sich die Band in den vergangenen beiden Dekaden eine eigene kleine Nische geschaffen hat, in die zwar viele andere Bands hinein wollen, aber am Ende eben unverkennbar nur Turbostaat Platz haben. Trotz steter Weiterentwicklung erkennt man die Band aus Norddeutschland eben sofort. Zu markant ist die Stimme von Sänger Jan und zu unverwechselbar das gemeinsame Gitarrenspiel von Rollo und Marten. Read More

Sløtface – Sorry For The Late Reply

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Sløtface
Sorry For The Late Reply

Propeller Recordings
VÖ: 31.01.2020

Sløtface sind mir eigentlich erst seit vergangenen November ein Begriff. Bei einem Konzert im Vorprogramm von PUP überzeugten mich die Norweger mit ihrer energiegeladenen Show und einer Handvoll ganz wunderbarer Punkrock-Bretter. Mit ihrem zweiten Album “Sorry For The Late Reply” verlassen sie diese Punkrock-Pfade und bewegen sich in poppigere Gefilde. Das kann man gut finden, muss man aber nicht. Read More

Mint Mind – Thoughtsicles

By | Records
Mint Mind
Thoughtsicles

Upper Room
VÖ: 10.01.2020

Nachdem Mint Mind mit ihren Songs “Brother, You’re Not My Brother” und dem Titeltrack “Thoughtsicles” bereits auf sich aufmerksam gemacht haben, folgt nun endlich das komplette zweite Album des Hamburger Trios. Und das liefert ein deftiges Brett ab. Ohne künstlich erzeugte Nostalgiesounds und ohne auf irgendeinem Zug aufzuspringen – Tocotronic Gitarrist Rick McPhail und seine Bandkollegen Tim Wenzlick (drums) und Christian Klindworth (guitar) haben mit “Thoughtsicles” eine raue, teilweise angepisste und stets authentische Rockblase gebildet. Darin muss man sich einfach wohl fühlen. Read More

Elli de Mon & Daily Thompson – Split EP

By | Records
Elli de Mon & Daily Thompson
Split EP

Ammonia Records
VÖ: 10.01.2020

Gelungene Überraschung. Die Dortmunder Stoner-, Noise- und Bluesgrunge-Kombo Daily Thompson veröffentlicht diesen Freitag zusammen mit der Italienerin Elli de Mon eine Split EP mit insgesamt sieben Songs. Vier davon stammen aus der Feder der ‘One woman band’ Elli de Mon, die restlichen drei sind brandneue Tracks von Danny, Mercedes und Matze. Die EP wird auf dem in Italien ansässigen Label Ammonia Records veröffentlicht. Entwickelt wurde die musikalisch äußerst passende Idee während eines gemeinsamen Gigs auf der Italienrundreise von Daily Thompson vergangenes Jahr. Read More

Postcards – The Good Soldier

By | Records
Postcards
The Good Soldier

Label: T3 Records
VÖ: 03. Januar 2020

Düster fängt das Jahr an, wenn man dem Opener “Dead End” von den Beirutern Postcards auf deren Zweitling “The Good Soldier” zuhört. Zunächst mit einer betörenden Sirene und einem folgend epischen Fabelgewand aus Noise, Slowcore, Dream Pop und Shoegaze. Ob das gefühlt auch wieder heller wird? “The Good Soldier” wirkt betörend und in den ersten Klängen mächtig spannend. Bleibt es düster? Dringt doch irgendwann der dreamige Pop wieder durch? Auf ihrem Debütalbum “I’ll Be Here In The Morning” aus dem Jahre 2018 vermischten Julia Sabra, Pascal Semerdjian und Marwahn Tohme nämlich gekonnt dreamige Aspekte mit schrammelnden und nervigen Noisestrukturen, mit Post-Rock und Shoegazeeinflüssen. Read More

Kettcar – Und Das Geht So

By | Plattenkoffer, Records
Kettcar
…Und Das Geht So

Grand Hotel van Cleef
VÖ: 29.11.2019

Kettcar machen Pause. Ob das Indie-Aushängeschild aus Hamburg noch einmal wieder kommt? Wer weiß das schon. Ich hatte die Band vor Jahren eh schon abgeschrieben. Dass sie überhaupt noch einmal zurückkommt, kam 2017 nicht nur für mich überraschend. Dass sie mich mit ihrem damals erschienenen Album „Ich vs. Wir“ darüber hinaus auch noch begeistern konnten, kam sogar recht unerwartet. Nun also Pause. Aber Kettcar wären nicht Kettcar, wenn sie uns nicht noch ein schönes Abschiedsgeschenk machen würden. “… Und Das Geht So” ist ein perfektes Livealbum, dass alte und neue Fans gleichermaßen glücklich macht. Read More

Have A Nice Life – Sea Of Worry

By | Records
Have A Nice Life
Sea Of Worry

The Flenser / Deathwish Inc. Europe
VÖ: 08.11.2019

Wow. Nostalgischer Entwurf eines Post-, Indie und Neo-Wave Punks, der genauso stark zerbrechen wie verbinden kann. Have A Nice Life begeistern nahezu durchgehend auf ihrem insgesamt dritten Werk “Sea Of Worry”. Dabei wirkt die aus Connecticut kommende Band deutlich dynamischer und energiegeladener, als noch auf ihrem tragenden Vorgänger. Treibende, monotone Drums und klirrende Riffs eröffnen “Sea Of Worry” mit dem gleichnamigen Titeltrack. Das klingt unverbraucht und innovativ. Nicht unbedingt flächendeckend. Jedoch versuchen Have A Nice Life hier und da bestimmte Strukturen aufzubrechen. Read More