Akne Kid Joe – Die große Palmöllüge

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Akne Kid Joe
Die große Palmöllüge

Kidnap Music
VÖ: 03.04.2020

Verweigerungshaltung und Angepisstheit finde ich per se sympathisch. Wenn beides dann auch noch mit einer Priese Humor vermischt wird, wird es zusätzlich auch noch interessant. Akne Kid Joe schaffen es auf ihrem zweiten Album “Die große Palmöllüge” weiterhin die angepissten Punks zu mimen, sich dabei aber auch nicht all zu Ernst zu nehmen. Read More

December Youth – How Are You

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December Youth
How Are You

Midsummer Records
VÖ: 20.03.2020

Und manchmal lohnt sich eben doch ein zweiter Anlauf. Während mich das Debütalbum “Relive” der Essener Post-Hardcore Band December Youth nicht unbedingt vom Hocker gehauen hat, schafft der Fünfer nun mit dem Zweitling “How Are You” teilweise ein völliges in den Bann ziehen. Ausschlaggebend ist vor allem eine äußerst kräftige und emotionale Strahlkraft der zwischen Emo, 90s-Alternative und Post-Hardcore wirbelnden Songs. Read More

Pearl Jam – Gigaton

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Pearl Jam
Gigaton

Monkeywrench / Republic Records / Universal Music
VÖ: 27.03.2020

Die bisher längste Zeit zwischen zwei Studioalben des Seattle-Fünfers ist endlich vorbei. Nach sieben Jahren präsentieren Pearl Jam mit “Gigaton” satte zwölf neue Songs. Und diese gehören mit zum Besten, was die Band um Eddie Vedder in den 00er Jahren zustande gebracht hat. “Gigaton” präsentiert sich frischer und experimentierfreudiger als die beiden Vorgängeralben “Backspacer” (2009) und “Lightning Bolt” (2013). Wurde damals nach Schema F alles abgearbeitet und durch eine Überproduktion alles aalglatt gebügelt, besinnt sich “Gigaton” größtenteils darauf, neue Strukturen und neue Facetten zu entwickeln. “Dance Of The Clairvoyants”, der Vorbote im Talking Heads-Gewand, war bereits das erste Beispiel. Mit Songs wie “Quick Escape”, “Alright” oder “Buckle Up” erzeugt die Band tatsächlich wieder so etwas, wie zu “No Code” (1996) oder “Binaural” (2000) Zeiten. Etwas Neues, was gleichzeitig nicht abgelutscht klingt, sondern spannend und fordernd. Eddie Vedder (g, voc), Stone Gossard (g), Jeff Ament (b), Mike McCready(g) und Matt Cameron (d) wirkten selten so stark gefestigt und gleichzeitig aufgewühlt. Read More

Notches – New Kinda Love

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Notches
New Kinda Love

Dead Broke Rekerds
VÖ: 10.01.2020

Notches haben mit “New Kinda Love” wohl das beste Power-Pop-Punk Album der letzten 20 Jahre aufgenommen. 24 Minuten catchiger Punkrock, ohne überproduziert zu sein, geschweige denn langweilig. Auch wenn in meinen Ohren diese Art Punkmusik mehr als durchgekaut ist, bringen Notches aus New Hampshire eine Platte raus, die das Gegenteil beweist und nun nicht mehr aus meinen Playlisten verschwinden will. Erfrischender kann sich das Genre aktuell nicht präsentieren. Read More

Oiro – Mahnstufe X

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Oiro
Mahnstufe X

Flight 13 Records
VÖ: 07.02.2020

Seit meiner Zeit in Düsseldorf habe ich die Band Oiro irgendwie ins Herz geschlossen. Der immer mit einer Portion Wortwitz einher gehende, gesellschaftskritische und politische Punk fabriziert nach meinem Empfinden immer noch ein ideales Gemisch aus Subkultur, Kleinkunst, Provinzpunk und Dosenbier. So war das zu ‘Goofy-Zeiten’ auf ihrem Album “Vergangenheitsschlauch” (2008) oder mit “Als Was Geht Gott An Karneval?” im Jahre 2005. Ihre Kneipentour DVD gehört seit ihrem Release 2009 zu den von mir empfohlenen Musikdokus/-filmen aus hiesigen Landen – und wenn ich das so schreibe bekomme ich gleich wieder Lust auf Bier und Punk. Read More

Rivers & Tides – Sincere Uncertainty

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Rivers & Tides
Sincere Uncertainty

Midsummer Records
VÖ: 28.02.2020

Ihre Single “The Inbetween” hatte mich 2018 um den Finger gewickelt. Nun kommen die Regensburger von Rivers & Tides mit ihrem ersten Longplayer um die Ecke. Den grungigen und emohaften Alternative-Charakter hat der Fünfer dabei auf satte 12 Tracks umsetzen können. “Sincere Uncertainty” erscheint bei unseren Freunden von Midsummer Records, die schon mit Bands wie City Lighty Thief, December Youth, Die Schande Von oder mit den jüngst sich aufgelösten New Native unseren Geschmacksnerv getroffen haben. Read More

Die Arbeit – Material

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Die Arbeit
Material

Undressed Records
VÖ: 21.02.2020

Energisch und wuchtig zeigt sich das Debütalbum der Dresdener Band Die Arbeit. Was zunächst durch Albumtitel und Albumcover als kalt eingestuft wird, entpuppt sich schnell als griffige Post-Punk- und Rock-Geschichte. In einem Genre, welches sich früher mit Fehlfarben, DAF oder auch Element Of Crime schmückte und heute Bands wie Messer, Isolation Berlin und Die Nerven hervorbringt. Die Arbeit fügt sich mit ihrem ersten Album “Material” da nahtlos ein. Die Produktion ist für ein Debüt beeindruckend und verleiht dem Soundgerüst durch treibende Schlagzeug- und Bassparts einen idealen Grundstock. Das ist ausdrucksstark, kunstvoll und theatralisch und beflügelt durch frische Gitarrenmelodien und Riffs dazu noch den poppigen Wave. Read More

TWINS – Soon

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TWINS
Soon

Through Love Records
VÖ: 14.02.2020

TWINS veröffentlichen mit ihrem Werk “Soon” ein griffiges und gleichzeitig aber auch ein kantenreiches Post-Hardcore, ja fast schon Math-Screamo Werk. Äußerst spannend – von vorne bis hinten. Dazu sind die teils harten und krachenden Songs nicht unbedingt unemotional. Die strukturellen Gegensätzlichkeiten fesseln enorm und wühlen mich innerlich ordentlich auf – im Positiven. Da bekommest du aus der Bahn fliegende Riffs oder chaotisch wirbelnde Drums um die Ohren gehauen und wirst in der nächsten Sekunde von einem emotionalen Break schon wieder auf einen anderen Planeten bugsiert. Dass das Ganze nicht in einem Nerven aufreibenden Chaos endet, hat dann mit der gelungenen Mischung zu tun. TWINS nutzen derart ihr Spektrum von laut und leise, von schnell und langsam aus, dass es einfach faszinierend ist und stets bleibt. Read More

Nada Surf – Never Not Together

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Nada Surf
Never Not Together

City Slang
VÖ: 07.02.2020

Ob ich tatsächlich “So Much Love” aufbringen kann, um “Never Not Together” genauso hochzuloben, wie Nada Surfs grandiosen Werke “Let Go” (2002), “The Weight Is A Gift” (2005) oder “Lucky” (2008)? Ich weiß es nicht. Natürlich wäre ein strikter Vergleich zu den alten Meisterwerken grundlegend falsch. Die anfängliche Enttäuschung über die erste Single “Something I Should Do” und die plötzlich aufkommende, wohltuende Freude über die zweite Single “Looking For You” beschreiben ganz gut, in welch einem Dilemma ich mich befinde. Irgendwie werde ich von einem weiteren Popsong zu schnell satt und auf der anderen Seite ergreift dich dann doch wieder dieser musikalische Herzensmoment, der dir eine gewisse Schwerelosigkeit in den Bauch zaubert. Nichtsdestotrotz, Nada Surf gehören zu den bedeutendsten Bands, die ich in den letzten drei Jahrzehnten mit mir rumschleppte. Und um ehrlich zu sein, hab ich ein wenig Angst, dass nach ihrem “You Know Who You Are” Album, die Band sich weiter im musikalisch Belanglosen verirrt. Read More

Beach Slang – The Deadbeat Bang Of Heartbreak City

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Beach Slang
The Deadbeat Bang Of Heartbreak City

Bridge Nine Records
VÖ: 10.01.2020

Beach Slang gehörte 2014 und 2015 für mich zu den besten Bands auf diesem Planeten. Ich weiß gar nicht, wie oft ich diese Band zu dieser Zeit live gesehen habe und wie oft ich den Song “American Girls and Frech Kisses” in voller Lautstärke beim ersten Wochenend-Bier durch die Wohnung gefeuert habe. Fünf Jahre später ist die Magie, die diese Band für mich ausgemacht hat, vollkommen verloren gegangen. So verloren, dass ich nicht einmal mitbekommen habe, dass die Band um Sänger und Gitarrist James Alex im Januar ein neues Album veröffentlicht hat. Read More